Martina Proprenter MA

frei selbst ständig

 

Die "Integration" ist ne fette Lüge


Wo fang ich nur an? Seit 2012 unterrichte ich an einer türkischen Privatschule die schöne deutsche Sprache. Nach dem ersten Tag bin ich als nervliches Wrack samt Tinnitus zur Tür raus gegangen und war mir sicher: NIE WIEDER!  99 Prozent der SchülerInnen haben einen Migrationshintergrund und Begriffe wie "Bitte" und "Danke" sind Fremdworte für sie, soziale Umgangsformen haben viele nie gelernt. Ich hätte nie gedacht, dass ich Sätze wie "Nein! Du darfst ihm keine Schere in den Oberschenkel rammen" jemals sagen würde....

Doch ich bin wieder gekommen und komme nun gar nicht mehr davon los, vermisse die SchülerInnen sogar in den Sommerferien.

Ich habe noch immer die Illusion, sie würden etwas von mir lernen, auch oder gerade weil ich keinerlei pädagogischen Ansatz mit ihnen verfolge (Meine Sozialpädagogen-Schwester schlägt regelmäßig entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen, wenn ich ihr aus dem Unterricht erzähle).

Wenn ich ehrlich bin, lerne ich aber viel mehr von meinen SchülerInnen: Meine Nerven halten viel mehr aus, als ich dachte. Ich habe den Elfenbeinturm nicht erst nach dem Studium verlassen, sondern wurde währenddessen mit einem Arschtritt hinausbefördert - und das ist gut so! Es gibt nichts, also wirklich nichts, was nicht kaputt gehen kann und natürlich "war schon so" und "war ich nich". Zu guter letzt: Ich wünschte, ich könnte so unverfroren Lügen, ohne dabei rot zu werden.